Archiv für die Kategorie ‘Development / Entwicklung’

Darf man das Wort Neokolonialismus im Zusammenhang mit Entwicklungshilfe ueberhaupt in den Mund nehmen? Ist das erlaubt? Was ist der richtige, politisch korrekte Begriff, um den Machtkampf der entwickelten Laender um Ressourcen zu beschreiben? Friedenssicherung? Armutsbekaempfung? (mehr …)

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Wie Tag und Nacht…

Veröffentlicht: Juli 1, 2010 in Development / Entwicklung

Mein Ausflug in den Entwicklungsdienst war so ziemlich genau ein Jahr, von April 2009 bis Maerz 2010; als eine von etwa 4,000 deutschen Fachkraeften, ins Ausland geschickt im Auftrage Deutschlands, Kosten getragen vom deutschen Steuerzahler, und taetig in einem der 50 Entwicklungslaender dieser Erde, bin ich der ‚altruistischen‘ Aufgabe nachgegangen, einen wertvollen entwicklungspolitischen Beitrag zu Ugandas Entwicklung zu leisten und Uganda auf dem Weg zu einer zivilisierten (Kauf)Gesellschaft zu begleiten. (mehr …)

Hier ein uebernommer Artikel aus dem Blog von Sisana, einer Weltwaertsfreiwilligen in Laos. Der letzte Eintrag dort ist von Juli 2009; daher gehe ich davon aus, dass Sisana’s Freiwilligenjahr zu Ende und sie wieder zurueck in Deutschland ist. Leider ist auf dem Blog keine Kontaktemail angegeben und ich weiss auch nicht, wie lange der Blog noch Online bleiben wird. Daher habe ich mir erlaubt, den gesamten Artikel zu kopieren und hier einzustellen. Ich hoffe, dass Sisana nichts dagegen hat. (mehr …)

Geruestbau und Bau

Veröffentlicht: Juni 11, 2010 in Development / Entwicklung

Absolutely fascinating...

Building site in Kampala

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Ich wandere manchmal durch Kampala’s Strassen und bewundere die Baugerueste. Ich bin total fasziniert vom Geruestbau in Uganda. ‚Health & Safety‘, irgendwelche Sicherheitsrichtlinien, scheinen hier nicht zu existieren. Aber braucht man die wirklich? Egal, wo man hinschaut, es wird gebaut, gebaut und gebaut. Shoppingmeilen, Hotels, Restaurants, Buerohaeuser, Wohnbauten – schiessen wie Pilze aus dem Boden. Die Bauweise ist ziemlich abenteuerlich, denkt man sich, aber die Ergebnisse lassen sich echt sehen… (mehr …)

Hier ein Interview von Unser Politikblog mit Prof. Dr. Hans See, dem Vorsitzenden von Business Crime Control zur Wirtschaftskrise und Wirtschaftskriminalität.

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Auf der Ebene der Vereinten Nationen ist die Meinungsfreiheit in Art. 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gewährleistet:
Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten. (mehr …)

Grosse Systeme..

Veröffentlicht: Juni 3, 2010 in Development / Entwicklung

Zweifeln erlaubt und erwuenscht – Bereits der grosse Philosoph Socrates fragte sich, warum folgen Menschen einer mehrheitlichen Meinung, selbst wenn starke Zweifel an deren Richtigkeit bestehen?

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In Uganda gibt es so um die 850 diverse Entwicklungshilfeorganisationen, aus vielleicht 50 Laendern dieser Welt; manche sind Privatinitiativen, jedoch die meisten sind weltweit agierende internationale Organisationen, wie Welthungerhilfe, WorldVision, USAID, Save the Children, um nur ein paar zu nennen.

Ich kenne einen Ugander, der davon traeumt, eine Organisation ins Leben zu rufen, die sich „Independent Funds Management Consultants“ nennen soll. Eine rein ugandische Organisation, die Autraege von den internationalen Entwicklungsorganisationen annimmt, um die Effektivitaet derer Projekte vor Ort zu pruefen und zu dokumentieren; um den Headquarters entsprechende (unabhaengige) Berichte und Studien zu liefern. (mehr …)

Kuechenweisheiten

Veröffentlicht: Januar 31, 2010 in Development / Entwicklung

Man soll nicht immer nur kritisieren, sondern auch moegliche Alternativen aufzeigen. Ich versuche das hier mit zwei simplen Kuechenweisheiten, die jede Hausfrau/ jeder Hausmann kennt und welche taeglich ueberall in der Welt Anwendung finden.

1. Wenn eine Fluessigkeit kocht, dreh’ die Flamme runter; lege ich einen Deckel oder Stoepsel drauf, dann riskiere ich Ueberkochen.

In Bezug auf Entwicklungshilfe (mehr …)

Zwei Kommentare haben mich zum Nachdenken gebracht; das eine ist ein Kommentar in meinem eigenen Blog und ich werde da gefragt, mal den Zusammenhang zwischen Erfahrungen in der ehemaligen DDR und Entwicklungshilfe zu untersuchen. Der andere Kommentar ist im Blog Tödliche Entwicklungshilfe? und bezieht sich auf die Notwendigkeit “ehrlicher Wirkungsprüfungen”.

Auf den Kommentar im Blog zur Notwendigkeit “ehrlicher Wirkungsprüfungen” habe ich wie folgt geantwortet:
“Ehrliche Wirkungsprüfungen… Wie macht man diese? Keiner will den eigenen Job verlieren; die grosse Kette, in welcher so viele Menschen um ihre Arbeitsplaetze bangen – die lokale Partnerorganisation, die eigene Landesdirektion, Headquarters in Deutschland, BMZ – und dann noch all die externen Consultants, die ihren Lebensunterhalt mit externen Pruefungen verdienen (habe ich jemanden ausgelassen?).
Ich bin gerade dabei einen internen Bericht fuer meine Entsendeorganisation zu schreiben, der eine “ehrliche Wirkungsprüfung” enthalten wird. Es wird ein ganz toller Bericht werden, mit vielen Inpacts and Outcomes und was wir alles Tolles erreicht haben; jede Menge Indikatoren, die das beweisen. Man wird maechtig zwischen den Zeilen lesen muessen, um zu sehen, dass da vielleicht etwas nicht so toll ist, wie letztendlich geschrieben, und Papier ist geduldig.”

Was hat mein Kommentar in Bezug auf „ehrliche Wirkungsprüfungen“ im Entwicklungsdienst mit meinen DDR-Erfahrungen zu tun? Und warum habe ich dem Artikel den Titel “Selbstzensur und vorauseilender Gehorsam” gegeben? Jetzt muss ich aber maechtig ausholen… (mehr …)

Arbeitsalltag…

Veröffentlicht: Januar 29, 2010 in Development / Entwicklung

Heute ist Freitag und im Buero, welches normalerweise von 7 Ugandern und 3 Weissen besetzt ist, bin nur ich und zwei Uganderinnen. Die restlichen sieben sind nicht da.

Von den sieben, die fehlen, sind zwei Weisse und ein Ugander zu einem Meeting nach Mbale gefahren (das macht drei), ein Ugander sei zu einer Fortbildungsmassnahme in Jinja (das macht vier), zwei Ugander sind mittags nach Hause gegangen (womit wir bei sechs sind) und auf eine Kollegin warten wir seit dem Jahreswechsel, dass sie wieder ihre Arbeit hier im Buero antritt (und bis sie wiederkommt, bleibt ihre Arbeit halt liegen, denn alle „schwimmen“ in Arbeit und haben keine Zeit; wie man heute ganz deutlich sieht!). (mehr …)

Tausendundein Whistleblower…

Veröffentlicht: Januar 28, 2010 in Development / Entwicklung

Ich habe den Eindruck, dass es selten laenger als 5 Monate braucht, bis bei Leuten, die ohne Erfahrung in der EZ in Entwicklungslaender einreisen und dort leben und arbeiten, der Groschen faellt. Bei manchen geht es schneller, andere brauchen laenger, aber nach 5 Monaten hat es dann der letzte geschnallt (so wie ich)… Und wenn man sich dann traut, schreibt mann/frau etwas dazu…

Hier drei Beispiele von jungen Leuten, die mit dem Weltwaerts – Programm im September 2009 mit ihrer jeweiligen Organisation in drei verschiedene Entwicklungslaender ausgereist sind: (mehr …)

„Experten“ in Uganda

Veröffentlicht: Januar 16, 2010 in Development / Entwicklung

Kampala - solving transport problems

Diese Woche wurde ich vom Geschaeftsfuehrer meiner Partnerorganisation als “Spionin” bezeichnet. Dies geschah auf meine Anfrage, warum ich als “Technical Advisor” nicht mit einbezogen werde in die Verhandlungen, die gerade zwischen meiner ugandischen Partnerorganisation und einer internationalen grossen renomierten Stiftung stattfinden. Meine Aufgabe ist (dafuer wurde ich nach Uganda geholt), den ugandischen Partner in Finanzen, Vertraegen, Marketing und Fundraising zu beraten und jetzt, wo endlich mal ein grosser Deal auf dem Tisch liegt, werde ich nicht nur raus- sondern sogar ferngehalten. Am liebsten waere dem Partner, wenn ich mich ausschliesslich in meinem Buero aufhalten wuerde und von dort nur mal zum Hallo-Sagen rauskomme. Schadensminderung ist die Devise. Je weniger ich aktiv werde, desto besser. (mehr …)

Main means of transport: bikes

In letzter Zeit wird viel Kritik geuebt an Entwicklungshilfe, es wird oeffentlich gefragt, was hat denn Entwicklungshilfe gebracht? Warum werden die armen Laender immer aermer, trotz der Billionen US$, die hier reingeflossen sind? Wie kann es sein, dass trotz so vieler kritischer Berichte (eigentlich aller) Entwicklungsorganisationen, welche teilweise berichten, dass ca. 85% ihrer Projekte als nicht erfolgreich einzustufen sind, die Mittel immer weiter und weiter erhoeht werden, wo jedes andere, normale, vernuenftige Unternehmen schon lange die Investition eingestellt haette.

Kritik am Erfolg von Entwicklungshilfe, ist derzeit leise in Bezug auf die grosse Politik der Laender (mehr …)

Entwicklung vs. Ugander

Veröffentlicht: Januar 7, 2010 in Development / Entwicklung

Lira - main transport

8.11.2009: Habe gerade mal nachgeschaut, meine letzte Email datiert vom 26. September – das sind 1,5 Monate!!! Zeit rennt, immer schneller und schneller – von wegen in Afrika ticken die Uhren langsamer und “Zeit ist zeitlos” – das mag vielleicht fuer Ugander in den Doerfern zutreffen (frueher mal, bevor Entwicklungshilfe nach Uganda kam, bevor den Kriegen, als die Ugander noch Zeit hatten, beieinander zu sitzen, Geld keine Rolle spielte, Beduerfnisse auf sich und die Dorfgemeinschaft ausgerichtet waren, wenn man Hunger hatte, der naechste Avocadobaum die Nahrung darstellte und wenn man durstig war, die naechste Quelle… Jetzt ist hier Marktwirtschaft angesagt, knallharte Marktwirtschaft, knallstharte Marktwirtschaft – man soll Ueberholen ohne Aufzuholen… )

Beduerfnisse wurden geweckt, verstaendliche Beduerfnisse, wie nach (mehr …)

7.9.2009: Eine Freundin fragte an, was man machen muss, um einen Job bei einer Entwicklungsorganisation zu bekommen. Hier meine Antwort:

…vor allem wichtig ist, m.E., dass man kein “Helfersyndrom” hat.. das wird hier echt nicht gebraucht; man braucht hier Spezialisten/ Professionals – Leute, die wirklich Ahnung haben von dem was sie machen.

Bezueglich Sozialer Kompetenzen brauchen man hier Leute, die sich in diesem spannungsgeladenen Umfeld zurechtfinden (Druck aus dem Entsendeland, etwas zu erreichen und Partnerorganisationen, die nicht unbedingt entwickelt werden wollen). Ich habe in den 5 Monaten, die ich hier bin, nur 2 Arten von Expats kennengelernt – diejenigen, die ihren Job absolut lieben und die anderen, die (mehr …)

7.9.2009: Bei mir faellt langsam der Groschen! Seit ueber 5 Monaten arbeite ich nun fuer eine Entwicklungsorganisation im offiziellen Auftrage des Entsendelandes und leiste in Uganda Entwicklungshilfe…

Schon mal das schoene Wort “Mittelverwendungszwang” (manche sagen auch „Mittelabflusszwang“) gehoert? Wo das normale (mir bisher in bekannte) Unternehmen taeglich darum kaempft, genug Geld einzunehmen, um die laufenden Kosten bezahlen zu koennen, wird hier um jeden Preis darum gekaempft, das Geld, was man zugewiesen bekommen hat, auszugeben! Hier in Uganda geht es nicht nur um 2 oder 3 Millionen Euro, und hier (mehr …)

Charity – Musik fuer Kinder?

Veröffentlicht: Januar 6, 2010 in Development / Entwicklung

17.5.2009: Eine Freundin hat bei mir angefragt; jemand aus ihrer Familie moechte eine Organisation in Uganda unterstuetzen, die sich fuer “Musik fuer Kinder” einsetzt.
Ich kann ueber diese konkrete Organisation nichts sagen, ich kenne sie nicht, aber allgemein gilt fuer Afrika: Die Leute haben hier Basic-Beduerfnisse zu befriedigen (Wohnen, Essen, Kleidung) und mit den vielen Kindern in jeder Familie ist sowieso keine Zeit, sich um einzelne zu kuemmern. Die Vorstellungen von Familienleben und Kindererziehung sind hier total anders als bei uns in Europa. Grundsaetzlich gelten Kinder als ein „Blessing“ und man kann nicht genug davon haben. Was wir noch nicht so richtig geschnallt haben ist, (mehr …)