Archiv für die Kategorie ‘Discover/ Entdecken’

Leben als Expatriat (2)

Veröffentlicht: September 26, 2010 in Ignorance / Ignoranz

Muyenga 800 US$ p.m.

Man kann in Uganda eigentlich ganz gut leben, falls man es schafft, irgendwie mit seinem Gewissen ins Reine zu kommen. Das heisst, mann muss die Augen vor Korruption an jeder Ecke zudruecken.

„Entwicklungsdienste seien hier nicht zur Korruptionsbekaempfung“ (O-Ton einer Fuehrungskraft einer deutschen EZ Organisation) – und falls man dann doch als kleiner Mitarbeiter den Fehler macht, und daran etwas aendern moechte, ist man seinen Job innerhalb von wenigen Wochen los. (mehr …)

Advertisements

Fataler Neid…

Veröffentlicht: September 5, 2010 in Challenges / Herausforderungen

Fuehrt Neid zu mehr Gerechtigkeit bzw.gerechterer Verteilung oder fuehrt Neid eher zu Selbstzerstoerung? Ist Neid ein universelles Gefuehl und ist folgende Studie der englischen Wissenschaftler daher auch relevant fuer Uganda / Afrika? (mehr …)

Darf man das Wort Neokolonialismus im Zusammenhang mit Entwicklungshilfe ueberhaupt in den Mund nehmen? Ist das erlaubt? Was ist der richtige, politisch korrekte Begriff, um den Machtkampf der entwickelten Laender um Ressourcen zu beschreiben? Friedenssicherung? Armutsbekaempfung? (mehr …)

Wie Tag und Nacht…

Veröffentlicht: Juli 1, 2010 in Development / Entwicklung

Mein Ausflug in den Entwicklungsdienst war so ziemlich genau ein Jahr, von April 2009 bis Maerz 2010; als eine von etwa 4,000 deutschen Fachkraeften, ins Ausland geschickt im Auftrage Deutschlands, Kosten getragen vom deutschen Steuerzahler, und taetig in einem der 50 Entwicklungslaender dieser Erde, bin ich der ‚altruistischen‘ Aufgabe nachgegangen, einen wertvollen entwicklungspolitischen Beitrag zu Ugandas Entwicklung zu leisten und Uganda auf dem Weg zu einer zivilisierten (Kauf)Gesellschaft zu begleiten. (mehr …)

Hier ein uebernommer Artikel aus dem Blog von Sisana, einer Weltwaertsfreiwilligen in Laos. Der letzte Eintrag dort ist von Juli 2009; daher gehe ich davon aus, dass Sisana’s Freiwilligenjahr zu Ende und sie wieder zurueck in Deutschland ist. Leider ist auf dem Blog keine Kontaktemail angegeben und ich weiss auch nicht, wie lange der Blog noch Online bleiben wird. Daher habe ich mir erlaubt, den gesamten Artikel zu kopieren und hier einzustellen. Ich hoffe, dass Sisana nichts dagegen hat. (mehr …)

Autokauf

Veröffentlicht: Juni 20, 2010 in Economy/ Wirtschaft

Wir haben unseren Samstag auf der Suche nach einem Auto verbracht. Angesichts der unzaehlbaren Schlagloecher auf den Strassen, welche teilweise einen halben Meter tief sind und der ziemlich aggressiven Fahrweise vieler ugandischer Fahrer, suchen wir nach einem Allradfahrzeug; und angesichts der Werkstattsituation und der Frage von Ersatzteilbeschaffung, kommt nur ein Toyota in Frage; alles andere laedt nur zu Stress ein.

Uns waren die Preise nicht unbekannt, man spricht ja mit Freunden darueber. Dennoch fand ich es dann schon ganz schoen schockierend, total abgewrackte Kisten von den Haendlern fuer 10,000 US$; und die „besseren“ Fahrzeuge fuer 15,000 US$, angeboten zu bekommen. (mehr …)

Wie passt das zusammen? Fruchtbare Äcker im Hungerstaat; Putzdienste, die Gehwege reinigen; bittere Armut trotz enormer Bodenschätze. Die Widersprüche Afrikas zeigt Moderatorin Marietta Slomka in einer SPIEGEL-TV-Dokumentation fürs ZDF. Interview mit der Moderatorin in Spiegel Online, 14.6.2010

Afrikas Schätze im ZDF
Dienstag, 15.6. 23:15 „Safari und Savanne“
Donnerstag, 17.6. 23:15 „Schwarzes Gold und rote Erde“

Kann bitte jemand die beiden Sendungen fuer mich aufnehmen? Wir koennen kein ZDF hier in Uganda empfangen. Ich hoffe doch sehr, dass nicht alle Fussball schauen…

Liebe, treue Leser! Ich bitte wirklich sehr um Kommentare, auf dem Blog, und weniger per Email oder am Telefon!

Werbung auf ugandisch

Veröffentlicht: Juni 13, 2010 in Economy/ Wirtschaft

OMO advert

Das Foto mit der OMO Werbung ist kein Shop, wo man Waschpulver kaufen kann; wahrscheinlich kann man im Umkreis von 5km kein OMO Waschpulver kaufen, falls man welches haben moechte.

Das Haus auf dem Foto ist ein normales Wohnhaus, wo die Fassade abgeblaettert war, und OMO dessen Renovierung uebernommen hat (nur aussen! und nur die sichtbare Strassenseite!), und als Gegenleistung sein Logo draufgemalt hat. Werbung fuer OMO; vielleicht so 15m x 10m gross, wenn nicht groesser. Ich habe nicht nachgemessen. (mehr …)

Geruestbau und Bau

Veröffentlicht: Juni 11, 2010 in Development / Entwicklung

Absolutely fascinating...

Building site in Kampala

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.

Ich wandere manchmal durch Kampala’s Strassen und bewundere die Baugerueste. Ich bin total fasziniert vom Geruestbau in Uganda. ‚Health & Safety‘, irgendwelche Sicherheitsrichtlinien, scheinen hier nicht zu existieren. Aber braucht man die wirklich? Egal, wo man hinschaut, es wird gebaut, gebaut und gebaut. Shoppingmeilen, Hotels, Restaurants, Buerohaeuser, Wohnbauten – schiessen wie Pilze aus dem Boden. Die Bauweise ist ziemlich abenteuerlich, denkt man sich, aber die Ergebnisse lassen sich echt sehen… (mehr …)

Hier ein Interview von Unser Politikblog mit Prof. Dr. Hans See, dem Vorsitzenden von Business Crime Control zur Wirtschaftskrise und Wirtschaftskriminalität.

(mehr …)

Auf der Ebene der Vereinten Nationen ist die Meinungsfreiheit in Art. 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gewährleistet:
Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten. (mehr …)

Grosse Systeme..

Veröffentlicht: Juni 3, 2010 in Development / Entwicklung

Zweifeln erlaubt und erwuenscht – Bereits der grosse Philosoph Socrates fragte sich, warum folgen Menschen einer mehrheitlichen Meinung, selbst wenn starke Zweifel an deren Richtigkeit bestehen?

(mehr …)

In Uganda gibt es so um die 850 diverse Entwicklungshilfeorganisationen, aus vielleicht 50 Laendern dieser Welt; manche sind Privatinitiativen, jedoch die meisten sind weltweit agierende internationale Organisationen, wie Welthungerhilfe, WorldVision, USAID, Save the Children, um nur ein paar zu nennen.

Ich kenne einen Ugander, der davon traeumt, eine Organisation ins Leben zu rufen, die sich „Independent Funds Management Consultants“ nennen soll. Eine rein ugandische Organisation, die Autraege von den internationalen Entwicklungsorganisationen annimmt, um die Effektivitaet derer Projekte vor Ort zu pruefen und zu dokumentieren; um den Headquarters entsprechende (unabhaengige) Berichte und Studien zu liefern. (mehr …)

Markt und Bedarf in Uganda

Veröffentlicht: Mai 14, 2010 in Economy/ Wirtschaft

In Uganda, so wird gesagt, gaebe es keine Marktnichen, sondern nur Marktloecher! Wir haben gestern Abend mal gebrainstormt, und hier sind einige Ideen aufgeschrieben.

Es gibt eine schier unueberschaubare Zahl an Kirchen fuer die Reinigung der Seele, aber keinen einzigen Waschsalon fuer die Reinigung von Kleidung, weder in Kampala noch irgendwo im ganzen Land, wo man seine Sachen zum Waschen bringen kann. 30 Millionen Menschen im gesamten Land waschen ihre Kleidung per Handwaesche, obwohl es landesweit (zumindest in den groesseren Staedten) Elektrizitaet und Wasser gibt. Nur in Expat-Haushalten findet sich hin und wieder mal eine Waschmaschine. (mehr …)

Ein Publikations-Lizenz würde widerrufen fuer:
(a) Veröffentlichung nachteiligen Materials für die Staatssicherheit, Stabilität und Einheit;
(b) Irgendwelche veröffentlichten Angelegenheiten, die fuer Uganda schädlich sind; oder mit den Nachbarn oder befreundeten Ländern;
(c) Materialien zu ökonomischer Sabotage

Vieldeutig und doch weitreichend in seiner Aussage, könnte das Gesetz verwendet werden, um eine jegliche Publikation zu unterdruecken und Lizenzen zu entziehen, immer wenn der Regierung etwas nicht passt, unterstreicht Mwesige. „Solche Bestimmungen sind abhängig von einer subjektiver Deutung. Wer legt denn fest, was Verletzung der Staatssicherheit ist? Wer definiert das?“

Uebersetzung aus dem Englischen.
Originalartikel: New Bill Spells Doom for Local Press Freedom (The Independent, 23.3.2010)

Ueber Afrika findet man in Europa, und wahrscheinlich in der gesamten anderen Welt, meist nur Negativschlagzeilen in den Medien, wie beispielsweise folgende Artikel letzter Woche: Aus Aberglauben 71 Albinos in Kenia und Burundi getötet oder Zwei ägyptische Blauhelme im Sudan getötet oder Virus aus Afrika erstmals in Deutschland entdeckt. Die andere Alternative sind Artikel ueber Hilfsprojekte wie Mit ihrem Konzert unterstützt die Singgemeinschaft Endingen ein Hilfsprojekt für Kinder oder Vierbeiner impfen – Afrika helfen oder Viele gute Taten für Waisen in Afrika.

Mit der Flut von solchen News ist es kein Wunder, dass die allgemeine oeffentliche Meinung von Afrika eine ganz andere ist, als was man hier dann wirklich vorfindet (wie wunderschoene Landschaften, freundliche Menschen, explodierende Wirtschaft, vernuenftiges Strassennetz, sicheres Leben, internationale Schulen) – wenn man sich ueberhaupt traut, diesen „gefaehrlichen“ Kontinent dann doch mal zu bereisen. Und das Eigenartige an der Sache ist, dass wir selbst, also diejenigen, die hier leben und das eigentlich besser wissen sollten, zu diesem falschen Bild immer weiter mit beitragen. (mehr …)

Ugander lieben es schick

Veröffentlicht: Mai 9, 2010 in Economy/ Wirtschaft

Women in Kampala town

Ich war noch nie in einem Land, in welchem so viele Menschen auf der Strasse in Anzuegen rumlaufen und in „Sonntagskleidern“. Wenn ich so darueber nachdenke, habe ich bisher noch keinen Ugander getroffen, der nicht Wert auf gutes Aussehen legt. Egal ob man Geld hat oder nicht; gut gekleidet sein ist ein Muss. Nicht nur auf Arbeit und im Oeffentlichen, auch zu Hause, im Privaten. Es gehoert zur ugandischen Kultur, sich schick und geschmackvoll anzuziehen, gut auszusehen, und sich zurechtzumachen.

Woher diese Tradition kommt, weiss ich nicht wirklich. Vielleicht von der Kollonialzeit, um von den Englaendern besser wahrgenommen zu werden? Oder ist es der (un)bewusste Kampf, sich von der eigenen Armut abzugrenzen? Denn man lebt oftmals in auesserst einfachen Huetten, wenn nicht gar Slums, oftmals in grossen Familien auf engstem Raum. (mehr …)

Ein Artikel aus der TAZ vom 27.3.2010 zu Brautpreis-Zahlungen in Uganda. Ugandische Frauen als Handelware: Irgendwo zwischen Mensch und Kuh

Es betrifft aber nicht nur Frauen. Auch unser neuer Hausmeister (maennlich) wird seinen ersten Monatslohn an seine Eltern abliefern muessen und es wird von ihm erwartet, dass er sein Leben lang seine Eltern finanziell unterstuetzt. Der Druck ist gross. Erwartungen sind Tradition. (mehr …)

Kampala Market

Ich habe ein Angebot bekommen als Financial Director Uganda fuer eine weltweit agierende Firma; es ist das groesste Unternehmen in seiner Branche und das angebotene Gehalt liegt weit ueber dem, was ich im Entwicklungsdienst gezahlt bekomme. Verfuehrerisch, kann ich nur sagen…

Dies gibt mir Anlass, mich an mein Vorstellungsgespraech zu erinnern und an die Frau, die mich beinahe angefleht hatte, der Entsendeorganisation wenigstens fuer 2 Jahre treu zu bleiben. Damals konnte ich die Gespraechsrichtung ueberhaupt nicht verstehen und wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. Es war mir unvorstellbar, dass ich jemals in der Situation sein koennte, dass mir fantastisch klingende Jobs vor die Fuesse gelegt werden.

Auch wenn auf den ersten Blick schmeichelhaft, ich habe dieses Angebot nicht wegen meiner besonders hohen professionellen Fachkompetenz erhalten, sondern wegen meiner Hautfarbe. (mehr …)

Frauen und Gender

Veröffentlicht: März 18, 2010 in Challenges / Herausforderungen

Ugandan woman, Adjumani

In Deutschland war ich viele Jahre stolze Eigentuemerin eines Gewerbebetriebes; jung (unter 30) und weiblich. Nicht selten wurde ich gefragt, wo denn mein Seniorpartner ist oder mein Mann, wenn Verhandlungen anstanden, beispielsweise mit Stiftungen, Stadtverwaltung oder Banken. 2008, beim Auswahlgespraech mit der Entsendeorganisation in Deutschland wurde mir im Einzelinterview die Frage gestellt, warum mein Lebenslauf nicht „gender-sensitiv“ sei, denn dort stand, ich sei „Betriebswirt“ und nicht „Betriebswirtin“ und als vergangene Taetigkeit hatte ich angegeben „Geschaeftsfuehrer“ und nicht „Geschaeftsfuehrerin“.

Mein ganzes Leben lang habe ich damit gekaempft, mich als Frau in der deutschen Gesellschaft durchzusetzen (als Unternehmerin, fuer einen Sitz im Gemeinderat, …), trotz Gendergleichheit auf dem Papier. In hunderten Meetings habe ich ganz oft als einzige Frau unter Dutzenden Maennern gesessen. Und meine „falsche“ Wortwahl haette beinahe dazu gefuehrt, dass ich den Job in Uganda nicht bekommen haette. Das waere wahre Ironie gewesen! Ich bin ein gebranntes Kind, wenn es um das Thema Frauen und Gender geht. Selbst als Frau ist da viel falsch zu machen und es stehen tausende Fettnaepfchen bereit. (mehr …)