Werbung auf ugandisch

Veröffentlicht: Juni 13, 2010 in Economy/ Wirtschaft

OMO advert

Das Foto mit der OMO Werbung ist kein Shop, wo man Waschpulver kaufen kann; wahrscheinlich kann man im Umkreis von 5km kein OMO Waschpulver kaufen, falls man welches haben moechte.

Das Haus auf dem Foto ist ein normales Wohnhaus, wo die Fassade abgeblaettert war, und OMO dessen Renovierung uebernommen hat (nur aussen! und nur die sichtbare Strassenseite!), und als Gegenleistung sein Logo draufgemalt hat. Werbung fuer OMO; vielleicht so 15m x 10m gross, wenn nicht groesser. Ich habe nicht nachgemessen.

Witzig an dem Bild ist die aufgehaengte Waesche; wobei ich bezweifle, dass die Leute OMO benutzt haben. Es wird wohl eher normale Kernseife gewesen sein.

Als wir an dem Haus vorbeikamen, hatten wir uns ueberlegt, dieses Foto vielleicht OMO anzubieten. So ein schoenes Werbebild!

Auch das folgende LUXOR Bild ist kein Shop fuer LUXOR Produkte; auch hier weiss ich nicht, wie weit man fahren muss, um ein LUXOR Produkt kaeuflich zu erwerben. Dieser Shop ist ein Radio und TV Reparatur Geschaeft; der Besitzer hat sich wenigstens getraut, den eigentlichen Inhalt seines Shops auf die Fassade draufzuschreiben; aber eigentlich ist das unerwuenscht seitens der werbenden Firma und man sieht es daher sehr selten. Im Vordergrund hat ein Moebelhersteller seine Produkte aufgestellt. Alles etwas irrefuehrend fuer den Konsumenten, finde ich; und ob diese „Renovierung“ dem Besitzer letztendlich dienlich ist und sich seine Verkaeufe dadurch verbessern, wage ich zu bezweifeln. Es wird wohl eher der Neid der umliegenden Geschaeftsbesitzer geweckt werden; ich muss mal nachfragen, wenn ich unterwegs bin.

LUXOR advert

Es ist keine Seltenheit in Uganda, dass Bruchbuden an gut befahrenen Strassen von einer Firma aufgepaeppelt werden; verputzt und gestrichen und dann mit deren ueberlebensgrossem Logo versehen, welches sich noch von 500m Entfernung gut lesen laesst. MTN Huetten (Werbung fuer Telekomunikation), in denen aber eine Fleischerei oder ein Frisoer untergebracht sind. SIDOLIN Werbung auf Gebaeuden (Farbe), wo man Telefonkarten kaufen kann oder Gemuese. Buden mit ZAIN Schriftzuegen (Telekommunikation), die aber eigentlich ein lokales Restaurant sind.

Es ist sehr, sehr selten, dass sich Werbung auf einem Gebaeude und der tatsaechliche Inhalt des Geschaefts ueberschneiden. Ich finde das ziemlich nervig; vor allem auf dem Land. Es ist mir schon so oft passiert, dass ich keine „Airtime“ habe (Geld auf meinem Handy) und verzweifelt nach einem MTN Shop Ausschau halte, wo ich aufladen kann. Dann sieht man endlich eine Bude mit MTN Ausschrift, haelt an, und dann ist das ein Troedelladen, wo man alles kaufen kann, nur keine Aufladekarten fuer MTN. Und die MTN – Karten gibt’s dann im naechsten Dorf in einer Bude mit SIDOLIN Aufschrift.

Ob die Leute Geld dafuer kriegen, wage ich zu bezweifeln. Sie werden froh sein, dass deren Fassade gestrichen wird und es ist denen dann wahrscheinlich egal, wenn die Fassade knallgruen ist mit einem LUXOR Schriftzug. Innen und im Hinterhof werden meiner Ansicht nach keine Verbesserungen an den Huetten vorgenommen; d.h. die Leute geben ihre Gebaeude fuer kostenlose Werbung fuer eine schreiende Reklame her, und eigentlich haben sie nichts davon.

Mich wundert, dass die Firmen noch nicht auf die Idee gekommen sind, T-Shirts in Groessenordnungen in Uganda zu verteilen. Dann wuerden 30 Millionen Ugander in Reklame rumlaufen. Aber wahrscheinlich sind T-Shirts wesentlich teurer als das Anpinseln von dem einen oder anderen Gebaeude mit nicht abwaschbarer Oelfarbe.

Advertisements
Kommentare
  1. Volker Seitz sagt:

    Wenn man in Westafrika Waschmittel kaufen möchte verlangt man OMO. Das ist seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts dort ein Synnoym für die Produktgattung Waschmittel, wie bei uns etwa Tempo (Frankreich Kleenex), Uhu, Aspirin, Tesa (Frankreich Scotch) und weltweit Walkman und Google. Wer in Frankreich einen Kugelschreiber kaufen möchte verlangt einen BIC. Meist waren diese Produkte zuerst auf dem Markt. Tempo war das erste Papiertaschentuch in Deutschland um 1920. In weiten Teilen Afrikas hat es TOYOTA und MAGGI geschaftt ein Gattungsbegriff zu werden.
    Sie haben recht, T-Shirts sind den Firmen oft zu teuer und so werden die Wände bemalt. Die Hausbesitzer und Bewohner freuen sich über den neuen Anstrich.

  2. bellusci sagt:

    Ich muss zugeben, dass ich gar nicht weiss, was hier das gaengiste Waschmittel ist; aber wahrscheinlich nicht OMO, zumindest habe ich das noch in keinem Haushalt gesehen, sondern nur in den grossen suedafrikanischen Supermaerkten, wo die ugandische Elite und die Expats einkaufen.

    • Roter Kater sagt:

      Versuche doch, Deine Idee mit den T-Shirts zu vermarkten. Schreib große Firmen an, baue eine Werbeagentrur auf. Suche Dir eine Firma in Deutschland, die Dich unterstützt.

      Brasilien ist in der Sowjetunion mit den Kaffee reingekommen, weil Brasilien die Lizenz erhielt, längere Zeit Kaffee kostenlos im ganzen Land anzubieten.

      Microsoft hat das nicht schlechtere russische Produkt Lexicon in Russland vom Markt gefegt, durch die Genehmigung, Word auf Russisch durch die Firma Paragraph zu vertreiben, mit nur einer Bedingung: kein Vertrieb im Ausland.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s