Privacy und Suchmaschinen

Veröffentlicht: März 18, 2010 in Verschiedenes

Ich bin am Hin und Her Ueberlegen, ob ich meinen Blog fuer Suchmaschinen freischalte…

Einerseits wuensche ich mir instaendig aktive Leser, intensiven Gedankenaustausch und intelligente Diskussionen – was sich mit einer sehr kleinen Leserschaft nur schwer erreichen laesst. Andererseits hoere und lese ich immer wieder, dass man auf „Privacy“ beim Bloggen achten solle, wie beispielsweise in folgendem Artikel: How to Blog Safely

Jedoch, wenn ich den Artikel so lese, halte ich aber bereits Dutzende von den dort gegebenen Tips nicht ein.

Falls mich wirklich jemand finden und identifizieren moechte, dann ist das eigentlich total einfach: Erstmal leben in ganz Uganda nicht mehr als 700 erwachsene Deutsche, von denen wahrscheinlich weniger als die Haelfte Frauen sind, von denen nur ein Bruchteil arbeitet, und auch nicht unbedingt in Kampala.

Ok, man koennte annehmen, dass ich eine andere Nationalitaet habe, dann sollte ich aber auf Englisch und nicht Deutsch schreiben. Auch haette ich dann keinesfalls meinen Artikel ueber unsere Krankenhaus-Odysse einstellen duerfen, und wahrscheinlich auch nicht die Haelfte der anderen Artikel.

Mein Mann war fuer Wochen Kampala-Talk. In unserer, doch recht ueberschaubaren Expat-Community in Uganda, sprechen sich solche Neuigkeiten wie im Lauffeuer rum. Sein Fall war nach dem Vorfall Thema Nummer Eins und jeder Expat hat daraufhin seine persoenlichen Contingency-Plaene ueberarbeitet, um im Fall der Faelle darauf vorbereitet zu sein.

Ich habe also eigentlich keine Chance, in Kampala anonym zu bleiben, sobald ich mehr schreibe als ueber das Wetter hier, lokale Marktbesuche und Shopping. Sobald ein in Uganda lebender Expat den Blog liest, muss er/sie nur eins plus eins zusammenzaehlen, und kann sich denken, wer dahintersteckt.

Ich frage mich daher, hat es daher ueberhaupt Sinn, Suchmaschinen zu sperren?

Mit dieser Entscheidung verwehre ich mir selber einen groesseren Kreis an internationalen Lesern, welchen ich mir so sehnsuechtig herbeisehne, und trotz Sperre der Suchmaschinen ist es keinesfalls ausgeschlossen, dass jemand ueber den Blog „stolpert“, wo ich vorziehen wuerde, diese Person nicht als Leser zu haben. Es dauert wahrscheinlich dann nur etwas laenger als mit Suchmaschinen.

Den ersten Schritt habe ich nun gemacht, mein Blog steht Online, wird gelesen und wer sich traut, schreibt einen Kommentar. Kein Witz! Ich habe Leser, die lesen meinen Blog und rufen mich dann an oder schreiben eine SMS, um ein Feedback abzugeben – oft mit der Begruendung, dass sie dabei waren, ein Kommentar reinzuschreiben, aber dass dieses „leider“ nicht abgespeichert wurde, oder der Strom da gerade abgeschaltet wurde, oder, oder…

Was ist die Meinung meiner Leserschaft dazu? Sollte ich den Blog fuer Suchmaschinen freischalten oder nicht?
Eine andere Moeglichkeit waere, lese ich, vereinzelt Artikel des Blogs zu pingen, beispielsweise mit diesem Service hier: PingThatBlog

Was sind so die Erfahrungen?

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Kommentare
  1. Volker Seitz sagt:

    Ihren hervorragenden Blog sollten Sie für Suchmaschinen freigeben. Ich habe von Ihnen ohnehin erstmals über Google gelesen.Gute Berichte über Uganda sind rar. Bei jedem Text über das Internet müssen Sie immer daran denken, dass der Inhalt auf „ewig“ gespeichert wird.
    Zwei bis drei“Falsche Leser“(Rassisten) habe ich mit meinem Buch auch. Wer mein Buch mißverstehen möchte kann dies natürlich, aber die Zahl der positiven Kommentare wie „das habe ich auch so erlebt oder Afrika hat mich bisher nicht interessiert, jetzt lese ich Berichte über den Kontinent auch in meiner Zeitung“ überwiegen .

  2. Roter Kater sagt:

    Für die Suchmaschinen freischalten. Über die Konsequenzen nachdenken. Auf Überraschungen einstellen. Locker bleiben. Zu notwedigen Alternativen bereit sein. Nicht blauäugig in mögliche Konflikte reinschlittern.

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