Queens Elisabeth National Park – Uganda

Veröffentlicht: Januar 7, 2010 in Sightseeing in Uganda

19.7.2009: Heute ist ein superfauler Sonntag… wir haben beschlossen, den ganzen Tag faul am Swimmingpool der Mweya Lodge abzuhaengen, inmitten des Queens Elisabeth National Parks; dem poshesten (teuersten) Platz in Uganda, den ich bisher so kennengelernt habe… das Hotel ist spitze, das Essen ist klasse, das Wetter einfach herrlich…echt empfehlenswert, wenn Ihr Euch jemals entscheidet, Uganda besuchen zu kommen… aber… es ist ein Platz ausschliesslich fuer weisse Touristen, wer nur hierher kommt, lernt weder Uganda noch Leute kennen…

Nach fast 4 Monaten in Uganda habe ich nun endlich das Afrikabild gesehen, welches ich immer im Kopf hatte, wenn ich an Afrika dachte… weite Steppe, viele wilde Tiere, wie Elefanten, Bueffel, Nilpferde, Krokodile, Warzenschweine, Antilopen, etc… Leider ist uns trotz intensivster Suche nicht gelungen, einen Loewen oder Leoparden aufzufinden (aber ich bin mir sicher, dass diese suessen Tierchen bald mit Chips ausgestattet werden, so dass man sie per GPS orten kann)… aber dafuer jede Menge Krokodile (ca. 1,5 m lang), die inmitten von Vogelschwaermen lagen.. und auf unsere Nachfrage, warum denn die Voegel keine Angst vor diesen Urzeittieren haetten, wurde uns gesagt, dass die Krokodile hier nur Fisch essen… Habt Ihr das gewusst? Ich auf jeden Fall nicht! Falls mal ein Mensch von einem Krokodil gebissen wird, dann ist das echt sehr selten und ein ungluecklicher Zufall…

Sunset

Hier ein paar Bilder vom stereotypen Afrika, wie wir es aus Bilderbuechern kennen (Queens Elisabeth National Park)…

Tiere fluechten normalerweise vorm Menschen als dem groessten und gefaehrlichsten Raubtier und nur, wenn man sie eingezingelt und bedroht, greifen sie an; so verrueckt es scheint, man kann sich hier frei bewegen, trotz Speikobras, Mambas und Loewen… Am gefaehrlichsten sind die Nilpferde, obwohl sie Pflanzenfresser sind: Hin und wieder passiert es, dass ein alter Bulle von einem Rivalen vom Harem verjagt wird; dieser ist dann verletzt und kann sich nicht im Wasser abkuehlen, wie andere Nilpferde es tagsueber tun; dies macht den Bullen sehr agressiv und fuer den Menschen gefaehrlich..

Crocodile in the middle of birds

Seht Ihr Ihr das Krokodil links im Bild? Die Voegel schauen es nicht einmal an und drehen ihm den Ruecken zu…

In unserem Hotel laufen Warzenschweine, Frettchen und ein Elefant herum; der Elefant leert den Muell regelmaessig und man muss aufpassen, dass man nichts Essbares im Auto liegen laesst, weil ansonsten der Elefant versucht, das Auto aufzubrechen. Ansonsten ist er ungefaehrlich und rennt hier einfach so rum… Spinnen gibt es auch hier keine, und gestern waren wir 3 Stunden im Busch unterwegs auf Schimpanzentracking und trotz, dass unser Guide versucht hat, uns eine gruene Mamba im Busch zu zeigen, konnten wir diese nicht sehen.

Ach so… ich hatte mich immer gewundert, warum es in Uganda keine Tiere zu sehen gibt (ausser domizierten Tieren wie Ziegen und Kuehen); keine Antilopen, keine Bueffel, keine Frettchen, keine Hasen, nichts, nichts, nichts…. Naja, die Antwort ist eigentlich logisch, wenn man mal ueber Afrika’s Geschichte nachdenkt und dem extremen Einfluss der Europaer… vor ca. 50 Jahren, es war einmal… ein genialer Mensch mit einer genialen Idee… und gab den Ugandern einen wertvollen Ratschlag: “Warum macht Ihr keine National Parks auf, die sind gut zum Schutze der Natur und Umwelt und auch gut fuer Tourismus”… Und was machen Ugander mit dieser Idee? Es wird ein Gesetz erlassen, Kommunen duerfen keine wilden Tiere halten!, was heisst, sobald man im Lande ein wild lebendes Tier sichtet, muss das der Behoerde gemeldet werden und dieses Tier wird eingefangen und in einen der Nationalparks umgesiedelt… Dadurch hat der Queens Elisabeth Nationalpark nun 4.000 Elefanten, 6.000 Bueffel, was weiss ich wie viele Warzenschweine (die sind ueberall und man stolpert regelrecht ueber diese beim Laufen), der Eindruck ist eines riesigen Zoos oder Safariparks (bloss ohne Umzaeunung und Kaefige), alle Tiere irgendwie auf engstem Raum friedlich miteinander eingepfercht…

Und noch eine letzte Sache zum Thema National Parks… die Eintrittspreise, die Uebernachtungsmoeglichkeiten, die Kosten fuer Touren, die Attraktionen, das Essen, einfach alles, ist eindeutig und ausschliesslich nur auf gut betuchte (weisse) Touristen ausgelegt; nicht, dass Einheimische an den Toren nicht durchgelassen werden (wie wir es in Kuba hatten), aber ausser Bediensteten haben wir hier die letzten 4 Tage keine Ugander gesehen, ganz im Gegensatz zu allen anderen Staedten, Doerfern und Hotels im Lande… zwar hat man ein paar Kommunen im Nationalpark belassen und nicht alle Leute umgesiedelt, aber da ist nichts natuerliches an denen geblieben… das Brodeln und Kochen, was ich so aus dem uebrigen Uganda kenne, fehlt hier voellig… im uebrigen Uganda, bin ich oft die einzige Weisse weit und breit… und hier… es fuehlt sich richtig unheimlich an, in einem Platz zu sein mit vielleicht hundert Weissen und zwischen den Gaesten kein einziges schwarzes Gesicht, mitten in einem afrikanischen Land…

Alles in allem – es macht den Eindruck eines grossen, offenen Zoos… Queens Elisabeth National Park… wer haette das gedacht? Ich jedenfalls hatte es nicht so erwartet… wieder einmal, dass mein Afrikabild korrigiert wurde…

Originaler Text – Email an Freunde am 19.7.2009

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