Charity – Musik fuer Kinder?

Veröffentlicht: Januar 6, 2010 in Development / Entwicklung

17.5.2009: Eine Freundin hat bei mir angefragt; jemand aus ihrer Familie moechte eine Organisation in Uganda unterstuetzen, die sich fuer “Musik fuer Kinder” einsetzt.
Ich kann ueber diese konkrete Organisation nichts sagen, ich kenne sie nicht, aber allgemein gilt fuer Afrika: Die Leute haben hier Basic-Beduerfnisse zu befriedigen (Wohnen, Essen, Kleidung) und mit den vielen Kindern in jeder Familie ist sowieso keine Zeit, sich um einzelne zu kuemmern. Die Vorstellungen von Familienleben und Kindererziehung sind hier total anders als bei uns in Europa. Grundsaetzlich gelten Kinder als ein „Blessing“ und man kann nicht genug davon haben. Was wir noch nicht so richtig geschnallt haben ist, warum Eltern dann spaeter, scheinbar problemlos, ihre Kinder zu anderen zur Pflege weggeben und/oder sich nicht um deren individuelle Foerderung kuemmern, weder schulische oder gar musikalische.
So lebt mit uns hier beispielsweise ein 13jaehriger Junge (der Neffe vom Hausmeister), wo die Eltern bis jetzt kein einziges mal nachgefragt haben, wie es ihm geht und dem Onkel, der selbst noch keine 25 ist, ist der Junge eigentlich auch ziemlich egal.
Vielleicht, aber das ist nur eine Vermutung, kuemmert man sich hier um Kinder nur solange sie unselbstaendig sind und wahrscheinlich gelten Kinder bereits ab einem Alter von 6-7 nicht mehr als hilfsbeduerftig? Keine Ahnung, kriegen wir bestimmt noch raus… was ich weiss, ist, dass Uganda hart kaempft, die allgemeine Primaryschulpflicht durchzusetzen und das landesweit abzusichern. Wie auch immer, wir haben bisher, ausser den sehr wenigen wohlhabenden Ugandern, noch niemanden kennengelernt, der mit seinen Kindern in der Freizeit irgendetwas unternimmt (oder ueberhaupt Interesse dafuer haette) und Musik, definitiv, spielt nur im kirchlichen Zusammenhang eine Rolle.

Ich will dieser Organisation nichts unterstellen, aber es ist groesste Vorsicht geboten, bevor man in Uganda (wahrscheinlich gilt das fuer ganz Afrika) eine Charity unterstuetzt. Selbst persoenliches Herkommen und Vergewissern garantiert nichts… Es gibt hier beispielsweise Organisationen, die Sponsoren suchen (und finden) fuer Schulgebuehren. Dafuer kommen die Amerikaner dann einmal nach Uganda und suchen sich dann “ihr” Kind aus. Keine Ahnung, wieviel denen im Monat abkassiert wird, um das eine Kind zu sponsoren, um ihm/ihr „eine Schulbildung zu ermoeglichen“… jedoch sind die ausgewaehlten Kinder Primaryschulkinder und deren Ausbildung ist eigentlich kostenlos (dieser Fakt wird den willigen Sponsoren ganz sicher verschwiegen).

Groesste Vorsicht!!!!! Es wird viel, viel Beschiss hier betrieben…

Originaler Text – Email an Freunde am 17.5.2009

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